Grußwort

Grußwort des Schirmherrn zum Welthospiztag und zur Hamburger Hospizwoche 2018

Unter dem Motto „Gemeinsam für ein würdevolles Sterben“ treffen sich beim 13. Welthospizstag am 13. Oktober 2018 in Hamburg zahlreiche haupt- und ehrenamtliche tätige Menschen, die mit ihrem großen Engagement und ihrer Fürsorge Sterbenden einen menschenwürdigen und selbstbestimmten Abschied ermöglichen.
Der Welthospiztag leitet zugleich die Welthospizwoche in Hamburg ein. Mehr als 60 Veranstaltungen geben Einblicke in das Hospizwesen und die Palliativarbeit und bieten zugleich Raum für den fachlichen und persönlichen Austausch.
Die Hospize sind fest im Gemeinwesen unserer Stadt verankert. Der Senat unterstützt die engagierten Helferinnen und Helfer dabei mit der vor rund zehn Jahren gegründeten Koordinierungsstelle Hospiz und Palliativarbeit Hamburg. Sie ist auch eine erste Anlaufstelle für diejenigen, die auf dem Ende ihres Lebenswegs nach Beistand und Gemeinschaft suchen.
In den Hamburger Hospizen engagieren sich mehr als 1.200 Helferinnen und Helfer ehrenamtlich. Ihnen und dem hauptamtlich tätigen Fachpersonal möchte ich im Namen des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg meinen Dank aussprechen. Den Besucherinnen und Besuchern des Welthospiztags und der Welthospizwoche wünsche ich interessante Einblicke und viele gute Gespräche.

Erster Bürgermeister
Dr. Peter Tschentscher

Welt­hospiz­tag 2018 – Rückblick

Der Welthospiztag 2018, Auftaktveranstaltung der Hamburger Hospizwoche, fand am 13. Oktober mit Bettina Tietjen und Talkgästen im Rahmen einer Barkassenfahrt im Hamburger Hafen statt

Volle Kraft voraus fürs Ehrenamt
Bei strahlendem Sonnenschein und 26 °C ging es an Bord der MS Commodore. Eröffnet wurde der Welthospiztag durch Kai Puhlmann, Vorstand des LandesVerbands Hospiz und Palliativarbeit e.V., Marco Kellerhof, Leiter der Abteilung Senioren, Pflege und rechtliche Betreuung der Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz und von Mareke Oltmanns, Leiterin der Koordinierungsstelle Hospiz und Palliativarbeit. Die RednerInnen würdigten den hohen Stellenwert des Ehrenamts und das Engagement der bisher rund 1280 Ehrenamtlichen in der Hospiz und Palliativarbeit. Kai Puhlmann betonte den hohen Bedarf nach ehrenamtlicher Unterstützung: Wir sind sehr zufrieden, wenn wir durch den Welthospiztag und die Hamburger Hospizwoche das Interesse wecken für die fundierte Schulung zur HospizbegleiterIn .“

Talkrunde mit Bettina Tietjen zum Thema Ehrenamt in der Hospiz- und Palliativarbeit
Bettina Tietjen, selbst ehrenamtlich als Schirmherrin des Freundeskreises zur Unterstützung des Harburger Hospizes aktiv, talkte mit haupt- und ehrenamtlichen HospizlerInnen und Angehörigen zum Thema Ehrenamt. Ihre Gäste:

  • Gabi Özcerkes: Koordinatorin im ambulanten Hospizdienst
  • Ulrich Bücking: Ehrenamtlicher Hospizbegleiter und Coach
  • Barbara Rossi: Angehörige und Kreative
  • Ayşe Bosse: Ehrenamtliche Trauerbegleiterin, Schauspielerin, Autorin von "Einfach so weg" und "Weil du mir so fehlst"
  • Michael Schacht: Angehöriger, Journalist, Autor von "100 Tage. Das Sterben meines Vaters"

Ulrich Bücking hatte seine Schwiegermutter in den letzten Wochen ihres Lebens begleitet und sich dann zum ehrenamtlichen Hospizbegleiter ausbilden lassen. „Es geht vor allem darum, da zu sein und Zeit zu verbringen“, fasst er zusammen. Bücking weiß um die große Unsicherheit vieler Angehöriger: „Wie oft habe ich auf der Palliativstation gesehen, wie Angehörige sich vor der Türe die Augen ausweinen und sich dann zusammenreißen, bevor sie zum Sterbenden ins Zimmer gehen. Und die Patienten haben mir gesagt, ich wäre einfach nur froh, wenn meine Angehörigen ehrlich wären, ihre Gefühle mit mir teilen würden. Da kann ich oft Brücken bauen und etwas Last von den Schultern nehmen. Weil es ist nicht so einfach mit dem Loslassen, nicht für die Patienten und nicht für die Angehörigen.“

Unterstützung für Sterbende und ihre Angehörigen
Über den schwierigen Prozess des Loslassens spricht auch Michael Schacht, dessen Vater in einem Hamburger Hospiz gestorben ist. Er erinnert sich, wie ein Arzt ihm sagte: „Ihrem Vater bleiben noch 100 Tage.“ Dass er und sein Vater, nachdem sie „Jahre nur gestritten hatten“, sich einander neu annähern konnten, dafür ist Schacht dankbar. Dass die Zeit im Hospiz gut war für seinen Vater und gut auch für die Angehörigen, dazu haben auch Ehrenamtliche beigetragen. Wie unterstützend und entlastend die Begleitung auch durch die ehrenamtlichen HospizmitarbeiterInnen war, davon berichtet Barbara Rossi. Ihr Sohn wurde vor seinem Tod vom Theodorus Kinder-Tageshospiz begleitet. Barbara Rossi schildert, wie ihr Sohn dort auflebte. Schon, wenn morgens der ehrenamtliche Fahrdienst klingelte, war dies ein positiver Moment.








Kinder können das mit der Trauer schon ganz gut
Ayşe Bosse ist eine der Ehrenamtlichen die sich im Theodorus engagieren. Sie begleitet trauernde Kinder und Jugendliche, für die sie auch Trauerbücher geschrieben hat. „Kinder können das mit der Trauer schon ganz gut, viel besser als wir Erwachsenen“, beobachtet Ayşe Bosse. „Man nennt das Trauerpfützen. Kinder springen rein und raus, sind ganz in der Trauer mit ihren wechselhaften Gefühlen drin, zehn Minuten später spielen sie wieder fröhlich. Wenn sie dann doch das schlechte Gewissen der Erwachsenen aufnehmen oder sich über ihren eigenen Zorn schämen, weil der geliebte Mensch nicht mehr da ist, sage ich: Der würde bestimmt nicht wollen, dass ihr die ganze Zeit traurig seid. Der will auch, dass es euch gut geht.“ Zum ehrenamtlichen Engagement kam sie, weil sie als junge Mutter eine Tätigkeit suchte, die mit ihrer Familie vereinbar war. Und auch, weil sie sich eine erfüllende Tätigkeit jenseits der Arbeit als Model und Schauspielerin wünschte.

S
chulungen zur HospizbegleiterIn
Das Zuhören und Mitschwingen lernt man in der rund 100 Stunden umfassenden Schulung zur HospizbegleiterIn. „Da geht es um Kommunikation und Selbst- und Fremdwahrnehmung, um Symptome im Sterbeprozess und ganz viel auch um die eigenen Erfahrungen mit Abschieden und Verlusten“, erläutert Gabi Özcerkes, Koordinatorin in einem ambulanten Hospizdienst. Wichtig sei die Bereitschaft, sich selbst zu reflektieren. “Wer für sich denkt, ich will das mal ausprobieren, soll gerne Kontakt aufnehmen zu einem der inzwischen 19 ambulanten Hospizdienste in Hamburg“, so Özcerkes.

Wachsender Bedarf nach ehrenamtlicher Unterstützung
Nach dieser inspirierenden Talkrunde ergaben sich beim anschließenden Imbiss noch zahlreiche Gespräche rund um das Thema Ehrenamt. „Eine wunderbare Veranstaltung“ – diese Rückmeldung kommt von zahlreichen Gästen. „Ich möchte auf jeden Fall den Schulungskurs machen“, so eine Teilnehmerin. „Ob ich mir danach wirklich vorstellen kann, Sterbende zu begleiten, weiß ich noch nicht. Aber jetzt habe ich ja auch erfahren, dass es in der Hospizarbeit ganz unterschiedliche Tätigkeitsfelder für Ehrenamtliche gibt. Da kann ich mich sicher einbringen.“
Angesichts des wachsenden Bedarfs an ehrenamtlicher Unterstützung freut sich das Organisationsteam, wenn die Talkrunde zum Welthospiztag und die Veranstaltungen der Hamburger Hospizwoche einige Menschen zur Teilnahme an einem Schulungskurs zur HospizbegleiterIn anregen. Die Termine für Infoveranstaltungen zum ehrenamtlichen Engagement sowie die Starttermine der Schulungskurse sind im Terminkalender unter www.koordinierungsstelle-hospiz.de zu finden.
Ein riesiges DANKE geht an Bettina Tietjen und ihre Talkgäste für die berührende Talkunde, an alle ehrenamtlichen HelferInnen, die Musiker und die Unternehmen und Institutionen, die zum Gelingen dieses besonderen Tages beigetragen haben und – last but not least – an die wundervolle Crew von Barkassen Meyer.

Fotonachweise:
Foto MS Commodore: © Barkassen-Meyer
Galeriefotos/Fotos der Veranstaltung zum Welthospiztag: © Franziska Walter



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Hamburger Hospizwoche 2018 – Rückblick

Mit über 70 Veranstaltungen hat die Hamburger Hospizwoche auch 2018 dazu beigetragen, dass sich alle HamburgerInnen den Themen Sterben, Tod und Trauer auf unterschiedliche Art nähern konnten: bei Tagen der offenen Tür, während einer Bastelstunde von Erinnerungsstücken, Vorträgen, Diskussionen, Konzerten, Erzählabenden oder Letzte-Hilfe-Kursen.

Ein besonderer Fokus lag auf Informationsveranstaltungen der Hospizdienste zum ehrenamtlichen Engagement – getreu dem Motto des Welthospiztags: "Volle Kraft voraus fürs Ehrenamt"

Was bedeuten Welt­hospiz­tag und Hamburger Hospiz­woche?

Unter dem Motto "Gemeinsam für ein würdevolles Sterben" veranstalteten erstmals 2007 alle im LandesVerband Hospiz und Palliativarbeit Hamburg e.V. (LVHP) tätigen Einrichtungen den Welthospiztag in Hamburg. Der Welthospiztag bildet den Auftakt zur Hamburger Hospizwoche mit zahlreichen Veranstaltungen zu Sterben, Tod und Trauer im gesamten Hamburger Stadtgebiet.

Veranstalter ist der Landesverband Hospiz und Palliativarbeit e.V., die Organisation übernimmt die Koordinierungsstelle Hospiz und Palliativarbeit Hamburg. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz unterstützt finanziell.

 

Der weltweite Aktionstag

1988 veranstaltete das Princess Alice Hospice in London das erste Mal vor seinen Toren ein spontanes Konzert, um in der Öffentlichkeit auf seine Arbeit aufmerksam zu machen und um Fördergelder einzuwerben. Daraus entwickelte sich eine weltweite Aktion.

Die Worldwide Hospice Palliative Care Alliance (WHPCA) initiierte erstmals 2005 den World Hospice & Palliative Care Day. Dieser Initiative schlossen sich tausende von Hospizinitiativen an, sehr viele auch in Deutschland, die jeden zweiten Samstag im Oktober den Welthospiztag mit einer Fülle von Veranstaltungen begehen.

Eindrücke der Welthospiztage 2018, 2017 und 2016 in Hamburg finden Sie hier:

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DANKE

 

 

... dem Medienpartner:






... den Organisationen, Institutionen und Unternehmen:



 

  • Bettina Tietjen und ihren Talkgästen Ayşe Bosse, Ulrich Bücking, Gabi Özcerkes, Barbara Rossi und Michael Schacht

  • den Künstlern: Duo Petrov

  • Studio Thies Ibold

... dem Organisationsteam und allen ehrenamtlichen HelferInnen!