Veranstaltungskalender

Eintrag

Recht auf Trauer – mittellos sterben
 Donnerstag, 18.10.2018
 19:00 Uhr
 22:00 Uhr
 Netzwerk Trauerkultur
 Ausklang – Begegnung am Fleet, Hans-Henny-Jahnn-Weg 67a, 22085 Hamburg, Eingang im Hof, 1. Stock
 

Das Thema „Einsam und mittellos sterben“ beschäftigt das Netzwerk Trauerkultur schon eine ganze Weile. Und das nicht ohne Grund: Durch die voranschreitende Vereinsamung in unserer Gesellschaft, die auch durch Altersarmut, prekäre Beschäftigung oder Wohnungslosigkeit genährt wird, sind heutzutage immer mehr Menschen davon betroffen. 

Wer im Leben isoliert und benachteiligt war, ist das auch nach seinem Tod? Werden An- und Zugehörige über ordnungsbehördliche Beerdigungen informiert oder erfahren sie erstmal nichts vom Tod eines Verwandten? Gibt es Unterschiede auf kommunaler oder Landesebene? Wir wollen den Diskurs in der Öffentlichkeit weiterbewegen und laden zu einer Lesung mit anschließendem Podiumsgespräch ein. Inspiriert dazu hat uns die Autor*in und Kulturanthropolog*in Francis Seeck mit dem Buch „Recht auf Trauer – Bestattungen aus machtkritischer Perspektive“, in dem es um den Zusammenhang zwischen Machtverhältnissen, Ausgrenzungen und Beerdigungspraktiken geht. Ausschlaggebend dafür war die persönliche Erfahrung mit der ordnungsbehördlichen Bestattung des Vaters in Berlin. 

Auf dem Podium diskutieren Francis Seeck, Stephan Karrenbauer (Hinz&Kunzt) und Annegret Rumöller (memento mori Bestatterinnen) mit allen, die sich am Gespräch beteiligen wollen. Der Sozialarbeiter des Hamburger Straßenmagazins ist schon seit vielen Jahren involviert und hat beispielsweise den Gedenkbaum für verstorbene Hinz&Künztler*innen auf dem Öjendorfer Friedhof initiiert. Die Bestatterin Annegret Rumöller, die uns in ihre Räume am Osterbekkanal einlädt, macht keinen Unterschied in Sachen Sorgfalt und Zeitintensität während ihrer Begleitung – trotz der kleinen Vergütung für Bestattungen von Amts wegen. Sie sieht es als Dienst am Menschen. Ganz in diesem Sinne möchten wir den Dialog aufnehmen und sagen: „Rest in protest“! 

Eine Ausstellung bietet Interessierten weitere Infos zum Thema.

ReferentInnen: Francis Seeck (Autor*in), Stephan Karrenbauer (Hinz&Kunzt), Annegret Rumöller (memento mori Bestatterinnen)


Veranstaltung im Rahmen der Hamburger Hospizwoche 

Eintritt frei. Spenden willkommen.

Information: Tel. 040 33375176, E-Mail: info@netzwerk-trauerkultur.de